Missing England.

Hallo meine Lieben, 

heute war ein schlechter Tag. Wie einige bestimmt schon wissen, habe ich solche Tage eben manchmal. Ich hatte das schon wirklich lange nicht mehr, etwas mehr als 2 Monate schon nicht mehr. Seit meinem zwanzigsten Geburtstag nicht mehr. Und der Tag heute hat auch wirklich gut angefangen, eigentlich. Bis ich dann aber daheim war, gegen 16 Uhr, hatte sich das geändert. Ich hatte für nichts mehr Kraft, musste meine Kinderbetreuung ausfallen lassen, lag nur rum und habe nichts getan außer geatmet.
Ich habe mir dann ein Schaumbad eingelassen, mit Kerzen und meiner liebsten Musik. Es hat zum Glück auch geholfen, etwas. Allerdings habe ich danach was anderes gebraucht. – einen eiskalten Regen, der Dank Regendusche möglich war. Ich hätte zwar lieber draußen im Regen gestanden und in den Himmel gestarrt, aber ohne Regen geht das eben nicht.
An Tagen wie diesen kriege ich nichts produktives hin. Dass ich jetzt hier schreibe, grenzt auch schon an ein Wunder. Und weil ich ehrlich bin, sage ich euch jetzt auch, dass das nur möglich ist, weil ich die letzten zwanzig Minuten all meine Emotionen ausgeweint habe.

An Tagen wie diesen vermisse ich England mehr als normal. Ich vermisse England jeden Tag, mal mehr und mal weniger. Heute habe ich es sehr vermisst. Zu sehr. Ich habe mir einfach gewünscht, meine Sachen zu packen und zurück zu fliegen, gleich heute Abend. Einfach wieder weg. Einfach wieder glücklich sein. Ich vermisse meine Gastfamilie so sehr, vor allem meine Kids. Es ist unglaublich wie sehr es mir wirklich sogar physisch im Herzen weh tut, sie nicht zu sehen. Die beiden sind eben etwas ganz besonderes und ich bin so unglaublich dankbar, dass sie ein Teil meines Lebens sind.

An Tagen wie diesen vermisse ich meinen morgendlichen Tee in der Küche, während mein Gastjunge so sehr trödelt, dass ich beinahe die Geduld verliere.
Ich vermisse, mit meinem Gastmädchen im Auto zu singen und wie rosa der Himmel morgens ist, mit den Möwen sieht es besonders schön aus.
Ich vermisse es, nach Hause zu kommen und erst mal zu lesen, während ich mal mindestens noch zwei Tee trinke.
Ich vermisse es, mein Gastmädchen abzuholen und mit ihr über ihren Tag zu reden, ihr bei den Hausaufgaben zu helfen oder sie zum Turnen zu fahren.
Ich vermisse es, meinen Gastjungen zum Boxen zu fahren. Oder mit ihm fernzusehen. Oder ihm einfach beim Spielen zuzuschauen.
Ich vermisse sogar die gelegentlichen Ausraster seinerseits.
Ich vermisse es, mit meiner Gastfamilie zusammen zu Abend zu essen und danach noch Zeit mit ihnen zu verbringen.
Ich vermisse meine Ausflüge nach London, in die Bücherei oder einfach ins Gym.
Ich vermisse das Englischreden den ganzen Tag und auch die bessere Auswahl an Filmen und Serien auf Netflix.
Ich vermisse meine Freunde, die ich dort kennenlernen durfte und an die ich auch heute noch jeden Tag denke.
Ich vermisse es einfach, wie ich mich dort gefühlt habe und wie viel mir diese Erfahrung für mein gesamtes Leben gebracht hat.

An Tagen wie diesen vermisse ich all das einfach viel zu sehr.

An Tagen wie diesen bin ich einfach unglaublich dankbar, dass ich all das erleben durfte.

An Tagen wie diesen weiß ich mein Leben zu schätzen und auch wenn ich am Boden bin, weiß ich, dass ich wieder aufstehen muss. Jeder darf einen schlechten Tag haben, jeder hat mal einen. Wichtig ist nur, da wieder raus zu kommen. Und das ist für mich, und Menschen ähnliches mitmachen mussten, schwerer als für andere. Und deshalb bin ich stolz.

An Tagen wie diesen bin ich stolz auf mich.

Obwohl ich an Tagen wie diesen England eben so sehr vermisse, mehr als sonst schon.

Bis bald, 
Eva xx 

 

 

 

 

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